Spezielle therapeutische Maßnahmen:

Klimatherapie

Das Klima auf der Insel kommt insbesondere Patienten mit Haut- und Atemwegskrankheiten zugute sowie Patienten mit erhöhter Infektanfälligkeit. Es ist gekennzeichnet einerseits durch den Organismus entlastende Schonfaktoren und andererseits durch Reizfaktoren, welche die Anpassungsfähigkeit des Körpers an äußere Veränderungen verbessern.

Schonfaktoren

Die reine und saubere Luft bei eingeschränktem Straßenverkehr auf der Insel entlastet die Atemwege von Schadstoffen und Allergenen (insbesondere Pollen), wovon insbesondere Patienten mit Atemwegskrankheiten und Allergien profitieren. Die salzhaltige Meeresluft (Aerosol) befeuchtet die Atemwegsschleimhäute und löst den Schleim in den Bronchien. Geringe Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sowie zwischen Sommer und Winter vermeiden eine Wärmebelastung des Körpers. Dies wirkt sich positiv auf den Verlauf von Haut- und Atemwegskrankheiten aus.

Reizfaktoren

Der meist beständige Wind und die im Sommerhalbjahr relativ kühle Temperatur führen zu einer Abkühlung der Haut. Die hierdurch erzielte Abhärtung führt sowohl zu einer Abnahme der Infektanfälligkeit als auch zu einer Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Ein verstärkter Kältereiz wird durch Meeresbäder gesetzt. Die Abkühlung der Haut normalisiert die Hautdurchblutung und wirkt sich zusammen mit der hornhautaufweichenden Wirkung des Meerwassers günstig auf Hautkrankheiten aus. Verschiedene Hautkrankheiten werden günstig beeinflusst, z.B. Neurodermitis, Schuppenflechte und Akne. Das Immunsystem wird angeregt. Weiterhin kommt es zu einer Verbesserung der psychischen Leistungsfähigkeit und des subjektiven Wohlbefindens. Über eine Steigerung der Vitamin-D-Synthese wird der Knochenaufbau gefördert.

Medikamentöse Therapie

Eine regelmäßige Lokalbehandlung ist bei vielen Patienten mit Atemwegskrankheiten und Hautkrankheiten erforderlich. Von besonderer Bedeutung sind hierbei die Inhalationsbehandlung und die Hautpflege.

Inhalationsbehandlung

Viele Patienten mit Asthma bronchiale benötigen eine regelmäßige Inhalationsbehandlung, um die Entzündung der Bronchien zu reduzieren und damit die bronchiale Überempfindlichkeit zu vermindern. Dies ist insbesondere bei schwerem Asthma eine wichtige Voraussetzung für einen anhaltenden Rehabilitationserfolg. Abhängig vom Alter und Entwicklungsstand des Patienten mit Atemwegskrankheiten erfolgt eine Einweisung und regelmäßige praktische Übungen in der geeigneten Inhalationstechnik.

Hautpflege

Bei Vorliegen einer Neurodermitis oder anderer Hautkrankheiten ist eine regelmäßige schützende, pflegende und aufbauende Hautbehandlung mit Bädern und Salben besonders wichtig, um die trockene Haut geschmeidig zu halten und damit den Juckreiz zu vermindern. Bei Bedarf kommen wirkstoffhaltige Salben zum Einsatz, wobei die Anwendung von Kortison dank der günstigen klimatischen Lage fast immer vermieden werden kann.

Physiotherapie

Neben der medikamentösen Behandlung kommt der Physiotherapie ein entscheidender Stellenwert zu, da sie frei von Nebenwirkungen ist und dabei von hoher therapeutischer Effizienz.

Atemtherapie

In der Abteilung für Physiotherapie wird die Atemgymnastik (Autogene Drainage, PEP-Maske, Flutter, Cornet, Bauchatmung, Lippenbremse) als Einzelbehandlung mit den Patienten geübt. Großen Wert legen wir auf das Erlernen von Sekrettransportübungen, welche z.B. bei Asthma bronchiale oder Mukoviszidose den zähen Schleim in den Bronchien ablösen. Dieser kann dann abgehustet werden. Weiterhin wird durch die Übungen die Beweglichkeit des Brustkorbes verbessert und damit die Atmung erleichtert.

Schwimmen und Bewegungsbad

Das 12 m x 6 m große hauseigene Meerwasserschwimmbad mit Gegenstromanlage enthält speziell gereinigtes Wasser aus einem Tiefbrunnen. Therapeutisches Schwimmen kräftigt die Muskulatur und verbessert die Beweglichkeit des Brustkorbes. Bei Patienten mit Atemwegskrankheiten löst die feuchtigkeitsgesättigte Luft den zähen Schleim in den Bronchien. Patienten mit Cystischer Fibrose (Mukoviszidose) führen ein spezielles Schwimmprogramm durch.

Sport, Spiel und Bewegungstherapie

Spezielle Intervall-Trainingsprogramme steigern die körperliche Leistungsfähigkeit und die Anpassungsfähigkeit von Bronchien und Lunge an Belastungssituationen. Jüngere Kinder werden in spielerischer Form an sportliche Betätigungen und therapeutische Übungen herangeführt. Kraft- und Ausdauertraining an verschiedenen Fitnessgeräten und Ergometern steigert den Spaß an körperlicher Aktivität, dient der gesteigerten Fettverbrennung und dem Muskelaufbau bei Patienten mit Adipositas und fördert die kardiopulmonale Leistungsfähigkeit z.B. bei Patienten mit Asthma bronchiale. Orthopädische Krankengymnastik, Haltungsturnen, die sog. "Rückenschule" und manuelle Therapien vervollständigen das therapeutische Angebot.

Ernährung und diätetische Therapie

Integraler Bestandteil unseres ganzheitlichen Therapiekonzeptes ist das Angebot einer abwechslungsreichen, altersentsprechenden und vollwertigen Ernährung mit einem ausgewogenen Verhältnis an Nährstoffen, Ballaststoffen, Spurenelementen und Vitaminen. Zum Einsatz kommen allergenarme Diäten bei Nahrungsmittelallergien, niedrig- oder hochkalorische Kost bei Adipositas und Untergewicht, cholesterinarme Kost bei Fettstoffwechselstörungen, gliadinfreie Kost bei Zöliakie und weitere Spezialdiäten, z.B. bei Vorliegen einer Mukoviszidose oder eines Diabetes mellitus. Neben der Beratung durch Diätassistentinnen werden in kleinen Gruppen Ernährungsschulungen und Kochkurse für Jugendliche und Eltern durchgeführt.